Ägyptisches Museum
Mit 150 000 Objekten, die zum großen Teil in Magazinen verstaut sind, zählt die im Jahre 1858 begründete Sammlung - Pharaonische Grabbeigaben, Totenfiguren, Stelen, Säulen, Münzen, Werkzeuge sowie Kleidung und Schmuck - zu den größten Museen der Welt. Den Besucher erschlägt jedoch die Fülle und Enge der Exponate. Es empfiehlt sich daher für den Anfang, die Highlights zu bestaunen wie z.B.: den Schatz des Tut-Anch-Amun mit der berühmten Goldmaske, dem 225 kg schweren Goldsarg und dem Kriegswagen sowie den 1994 wiedereröffneten, einem Mausoleum gleichenden Mumiensaal, in dem Ramses II und zehn andere große Pharaonen und Königinnen in luftdichten Glasvitrinen ihre vorerst letzte Ruhestätte gefunden haben.
Pyramiden von Giza
Die Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos sind die Höhepunkte ägyptischer Steinbaukunst, die der später zum Gott erhobene Baumeister Imhotep ersonnen hatte. Aus 2,5 Mio. Steinblöcken, jeweils 2-20 t schwer, besteht die 137 m hohe (Basisbreite 227 m) Cheops-Pyramide. Den heutigen Eingang verdankt man Grabräubern. Neben der Pyramide birgt der schiffförmige Bau eine 43 m lange Sonnenbarke, die 1954 gefunden wurde. Sie brachte den Pharao in einer Totemprozession zu seiner Grabstätte.Die 136 m hohe Chephren-Pyramide hatte ursprünglich, wie alle anderen Pyramiden auch eine glatte Verkleidung, die im Laufe der Jahrhunderte abbröckelte. Die Mykerinos-Pyramide ist mit 62 m Höhe die Kleinste. Unterhalb von dieser Pyramide wacht Abu El-Hol (Vater des Schweigens), wie der Sphinx im Arabischen heißt. Der Sphinx, dem mameluckische Soldaten die Nase abschossen, sollte die Totenruhe der Pharaonen wahren und sie vor Grabräubern schützen. Einige Jahrhunderte lang war er völlig von Sand begraben.
Zitadelle
Von der Zitadelle genießt man einen interessanten und beeindruckenden Blick über die Zig-Millionenstadt Kairo. Bei klarem Wetter sind die Pyramiden von Giza zu erkennen. Unterhalb der Festung liegt das islamische Zentrum Kairos, die Sultan Hassan Moschee und Ibn-Tulun Moschee sind gut zu erkennen und zu Fuß erreichbar. Der Ursprung der Zitadelle geht auf Saladin zurück, der im Jahr 1176 Befestigungsmauern errichten ließ, um die Stadt besser gegen die Angriffe der Kreuzritter verteidigen zu können. Ab 1250 diente sie als Residenz der bahritischen Mamelucken-Sultane. 1805 übernahm Mohamed Ali in Kairo die Macht. Nach einer Pulverexplosion 1823 ließ er viele zerstörte Gebäude abreißen, um sie wieder neu aufzubauen und errichtete die berühmte Mohamed Ali Moschee, auch genannt die Alabastermoschee. Die Moschee besteht aus zwei Teilen: Die eigentliche Moschee und der Hof, in dessen Mitte der schöne Reinigungsbrunnen steht. Die im Quadrat angelegte Moschee wird von einer Hauptkuppel (Durchmesser 21 m und Höhe 52 m) gekrönt, die auf vier quadratischen Pfeilern ruht. Die Zitadelle diente viele Jahrhunderte als Residenz, nahezu uneinnehmbares Bollwerk und Gefängnis. In der Zitadelle gibt es u. a. ein Militär-, Polizei- und Kutschenmuseum.
Memphis
Memphis ist eine ehemalige Stadt in Ägypten, in der Nähe des Nildeltas, etwa 18 km südlich von Kairo und in der Nähe der heutigen Dörfer Mitrahine und Sakkara. Es wird angenommen, dass die Stadt Anfang des 4. Jahrtausend v. Chr. von Menes (Regierungszeit 3032 - 3000 v Chr.) gegründet wurde. Menes ließ den Nil, welcher am Felsenrand der Libyschen Wüste floss, nach Osten in sein jetziges Bett leiten und erbaute auf dem so gewonnenen Platz die Stadt Men Nefer (Stätte des Guten), deren Name von den Griechen in Memphis umgewandelt wurde. Der Name Memphis (Weiße Mauer) verweist auf die Palastanlage, die von einer weißen Lehmziegelmauer umgeben war. Menes gründete hier auch den berühmten Ptahtempel, nach welchem sie die heiligen Namen Pu-Phtha oder Ha-Phtha (Stadt des Phtha) führten, und umgab sie mit kolossalen Mauern. Menes’ Sohn Atothis erbaute den Königspalast und erhob Memphis zur Reichshauptstadt. Während der ganzen Periode des Alten Reiches (um 3100 - 2242 v. Chr.) war Memphis die älteste Hauptstadt und als Residenzstadt ein bedeutendes Zentrum. Am Ende der 8. Dynastie (um 2500 v. Chr.) verringerte sich die Bedeutung von Memphis, sie wurde zur zweiten Hauptstadt und wurde schließlich unter der 11. Dynastie durch Theben gänzlich ersetzt. Zur Zeit der Ptolemäischen Dynastiezit war Memphis eine sehr bedeutende Stadt. Memphis blieb bis zur Gründung von Alexandria und Al Fustat (das heutige Kairo) ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Davon zeugen die Ruinen, die im 19. und 20. Jahrhundert ausgegraben wurden, u.a. die Tempel von Ptah, Isis und Ra, das Serapeum, zwei kolossale Statuen von Ramses II., ein Alabastersphinx und viele Wohnhäuser.
Sakkara
Sakkara ist eine altägyptische Nekropole auf dem linken Nilufer, ca. 20 km südlich von Kairo gelegen. Bereits zur Zeit des Reiches, der 1. Dynastie bis in die Spätzeit ist Sakkara als Begräbnisstätte bekannt. Vor allem ist der Ort durch die Stufenpyramide des Pharao Djoser der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. bekannt. Nahezu alle ägyptischen Grabformen sind in Sakkara zu sehen: Neben der Stufenpyramide auch klassische Pyramiden der 5. und 6. Dynastie, Schachtgräber, Galeriegräber, Tierfriedhöfe (Ibis, Stiere) bis zu Mastaben aus allen altägyptischen Epochen.
Islamische Altstadt & Khan El Khalili Basar
Zwischen dem südlichen Stadttor Bab Zuwela und dem nördlichen Stadttor Bab El Futuh erstreckt sich die Sharia (Straße) Al-Muizz, die Hauptstraße des ägyptischen Marktes. Das Tor war einst Teil der fatimidischen Stadtmauer, von der noch Reste erkennbar sind. Es wurde 1092 fertiggestellt, unzählige Verurteilte wurden auf seinen Mauern hingerichtet und teilweise regelrecht ausgestellt - insbesondere Kreuzfahrer soll dieses Schicksal ereilt haben. Vor der Kreuzung mit der stark befahrenen Sharia Al-Azhar liegen Mausoleum und Medresen-Moschee des Sultans Al-Ghuri. Rechts ab liegt die Al-Azhar (die Blühende) Moschee mit einer der bedeutendsten und größten arabischen Universitäten, die auf eine Medrese ( Koranschule ) aus dem 10. Jahrhundert zurückgeht. Auf der anderen Straßenseite beginnt der Khan El-Khalili, der Touristenmarkt Kairos. Kein Suq Arabiens ist größer als dieser Markt, den der Mameluckenprinz Jaherkas El-Khalili 1382 gründete. Der einstige Rast- und Umschlagplatz für Handelskarawanen (Edelsteine, Gewürze, Stoffe, Essenzen) ist heute ein bunter orientalischer, nach Gewürzen und Parfüms duftender Basar für Einheimische und Touristen. Er ist das Einkaufs- und Handelszentrum im Herzen der Altstadt von Kairo. Inmitten eines Labyrinths von engen, verwinkelten Gassen findet man allerhand Kitsch, aber auch traditionelle Handwerkskunst. Das Warenangebot reicht von pharaonischen Souvenirs - Brieföffner mit Tut-Anch-Amun Kopf, Nofretetefiguren, Pyramiden Briefbeschwerer - bis zu Wasserpfeifen, Papyrus, Schachspielen, Schmuck und Kleidung.
Koptisches Viertel
Das Koptische Viertel - Fustat - ist der älteste Stadtteil Kairos, es ist bereits in altägyptischer Zeit nachgewiesen und befindet sich im Süden Kairos. Hier befindet sich die St. Sergius Kirche (der Legende nach über jener Grotte errichtet, in der Maria und Josef mit Christus auf der Flucht nach Ägypten Unterschlupf fanden), die St. Barbara Kirche (ursprünglich aus dem 5. Jahrhundert) und die Ben Ezra Synagoge. Die Marienkirche Al-Moallaka (Die Hängende) erreicht man von der anderen Seite des Viertels, die im 5. Jahrhundert als Basilika auf dem Südportal der römischen Festung Babylon erbaut wurde. Die Kirche besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen sowie einem Durchgang. Ihre Säulen sind aus Marmor, die drei Altäre liegen nach Osten hin und sind von Holzwänden umgeben, die fein mit Ebenholz und Elfenbein verarbeitet sind. Die Kirche hat eine hübsche Kanzel aus Marmor. Ihre Südwand ist mit wundervollen Ikonen verziert, deren Geschichte auf die ersten christlichen Anfänge zurückgeht. Natürlich bietet es sich an, auch das Koptische Museum gleich nebenan zu besuchen, das einen reichen Schatz koptischer Altertümer zeigt.
Luxor
Karnak & Luxor
Karnak stellt eine der imposantesten architektonischen Verneigungen vor einer Gottheit dar. Bescheiden begann es während der 12. Dynastie mit dem Reichstempel des Amun. Jeder Pharao fügte dem Werk seines Vorgängers ein weiteres hinzu. Im Laufe von zwei Jahrtausenden entstand ein umfassender Gottesbezirk, eine auf den ersten Blick verwirrende Verschachtelung von Tempeln, Toranlagen und Kolonnaden mit dem Heiligen See. Über die Allee der Widdersphinxen betritt man den großartigen Tempelbezirk. Karnak ist die mit Abstand größte Tempelanlage Ägyptens. Im Süden baute Amenophis III den nur 195 m langen Luxor Tempel, den man von Norden her betritt - heute durch die später hinzugefügten Bauten. Der Tempel, geweiht der Götterfamilie des menschengestaltigen, häufig auch widderköpfigen Weltenschöpfers Amun, strotzte vor reich verzierten Wänden, Säulen und Götterbildern. Ein Prachtboulevard mit Gärten und zahlreichen Statuen des Pharaos führte zu dem knapp 3 km nördlich gelegenen Karnak Tempel. Im Tempel liegt eine viel besuchte Moschee (Abu El-Haggag Moschee).
Theben West
Im Osten die Tempel und Städte, im Westen (des Nils) die Begräbnisstädten: Dieser groben Faustformel folgt auch die Anlage der bedeutendsten Siedlung in Oberägypten: Theben. Heute wird mit Theben West das Westufer mit dem Tal der Könige und den Totentempelnbezeichnet, die Siedlung östlich des Nils wird nach Luxor und Karnak unterschieden.Das Tal der Könige ist die Nekropole der Pharaonen des Neuen Reiches, insbesondere der 18. bis 20. Dynastie. Hier wurden versteckt in hochgelegenen Schluchten große und weitläufige Grabhöhlen gegraben, ausgebaut und für das Leben nach dem Tod des Pharaos aufwendig dekoriert. Neben dem Tal der Könige, bietet Theben West dem Besucher sehr viel mehr: Tal der Königinnen, Hatschepsut Tempel (Deir El-Bahari), Medinet Habu (Der Totentempel von Ramses III), Deir El-Medina ( Die Stadt der Nekropolenarbeiter), Ramesseum (Der Totentempel Ramses II), die Memnon Kolosse und die Gräber der Nobeln in Qurna.
Assuan
Philae
Ein herrlicher Ausflug von Assuan aus, der in keinem klassischen Programm fehlt, führt auf die kleine Insel Agilkia mit ihrer großartigen Tempelanlage, die von der benachbarten Insel Philae gerettet wurde. Philae war eines der letzten - späten - Zentren der altägyptischen Religion, Isis war die Hauptgöttin, die dort verehrt wurde. Bis ins 6. nachchristliche Jahrhundert erfolgten hierhin Reisen griechischer, römischer und nubischer sowie beduinischer Pilger. Danach wurde auch der Rest der Anlage unter Justinian völlig für den christlichen Glauben umgewidmet. Dabei kam es - wie auch bei anderen umgeweihten Tempeln - zu bedauernswerten Zerstörungen der altägyptischen Reliefs, die einfach ausgemeißelt wurden. Auf der Insel sind eine Vielzahl von Gebäuden zu sehen. Der Isistempel ist das eindrucksvollste Bauwerk auf der Insel - im 3. Jahrhundert v. Chr. mit gro_em ersten Pylon, Vorhalle und Kollonadenhof, zweitem Pylon, Vorhalle und Allerheiligstem von den Ptolemäern erbaut. Der erste Pylon ist wie üblich mit dem Niederschlagen der Feinde durch den Pharao - hier Ptolemaios XII - verziert. Nach Durchschreiten des Pylons öffnet sich ein ungewöhnlich geformter gro_er Kollonadenhof mit einem " Geburtshaus " an der linken Seite. Diese Geburtshäuser waren oft Teil der späten altägyptischen Tempel, sie dienten der Verehrung des Gottessohnes (hier des Sohnes Horus der Göttin Isis). Der zweite Pylon knickt nun etwas nach rechts ab und ist deutliche schmaler als der erste (nur 32 m breit), der Besucher betritt nun den Teil der Anlage, der bis ins 13. Jhd. als koptische Kirche benutzt wurde. Ganz am Ende des Weges kommt man schlie_lich zum Allerheiligsten, in dem noch der Sockel für die Heilige Barke mit dem Kultbild der Isis steht.
Assuan-Hochstaudamm
Der Assuan-Staudamm, genannt El-Sad El-Aali (Hochstaudamm), steht im südlichen Ägypten etwa 13 km südlich bzw. stromaufwärts der Stadt Assuan und staut den Nil zum riesigen Nassersee auf, der sich bis in das Grenzgebiet des Sudans erstreckt. Der Stausee hat eine Kapazität von 135 - 169 Milliarden m³ Wasser. Der Assuan-Hochstaudamm wurde zwischen 1960 und 1971 mit sowjetischer Hilfe und den Einnahmen aus dem Suezkanal erbaut. Nachdem die USA und die Weltbank ihre Zusage, den Damm zu bauen, auf Grund der offiziellen Anerkennung der Volksrepublik China durch die ägyptische Regierung 1956 zurückgezogen hatten, betrachtete es die Sowjetunion, die um Einfluss auf afrikanischem Kontinent bemüht war, ebenso wie die ägyptische Regierung unter dem damaligen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser als Prestigeprojekt. Zunächst war der Damm von westlichen Ingenieuren der Firma Hochtief in Essen geplant worden. So aber bauten 2000 sowjetische Ingenieure und 30 000 Arbeiter an dem Projekt, das etwa 2,2 Mrd. Euro kostete. Das Wehr besteht aus einer gewaltigen Schotteraufschüttung mit einem Lehmdichtungskern und einem Betonmantel. Die Staumauer ist mehr als 3600 m lang und 111 m hoch, an der Sohle 960 m und an der Krone etwa 100 m breit. Etwa 100 000 Menschen, hauptsächlich Nubier, mussten für das Projekt umgesiedelt werden. Die Füllung des Stausees begann schon im Jahr 1964, also noch während der Bauarbeiten, und war erst 1976 beendet. 451 Menschen verloren während des Baus ihr Leben. Der Bau des Hochstaudamms hatte mehrere Gründe. Sowohl die Landwirtschaft als auch der Aufbau einer wirtschaftsstarken Industrie sollten durch den Staudamm gefördert werden.
Unvollendeter Obelisk
Die Arbeit an diesem riesigen Obelisk (41 m hoch) musste wegen eines Sprungs im Granit unterbrochen werden. Heute noch ist der Obelisk so belassen wie er damals war, in der Nähe der Granitsteinbrüche, die uns Hinweise über die Steinschneide-Technik der damaligen Epoche vermitteln.
Botanischer Garten
Ein Dorado für Pflanzenfreunde und -kenner, ein Blütenmeer von exotischer Pracht zum Sehen, Genießen und Ausruhen. Sie wurden dem britischen Heerführer des Empire für seine Grosstaten im Sudan überlassen. In diesem botanischen Garten sind die seltensten Exemplare aus Afrika und Asien anzutreffen. Hibisken und Klematis, Mango und Maulbeerfeigenbäume, es ist ein Zusammenspiel von Farben und Düften, die Sie bei Ihrem Spaziergang auf den schattigen Wegen begleiten. Auch viele Arten von Vögeln bevölkern diesen zauberhaften Ort.
Kom Ombo
Kom Ombo ist eine Ortschaft 50 km nördlich von Assuan am rechten Nilufer gelegen und heute bekannt durch seinen Kamelmarkt sowie die Ruinen eines altägyptischen Tempels. Der Tempel von Kom Ombo (Komarabisch für kleiner Berg) ist ein so genannter Doppeltempel. Verehrt wurden die Götter Sobek und Haroeris (Horus der Alte). Die Reliefausschmückung ist sehr gut erhalten. Sehr schöne und gut erhaltene Darstellungen der Göttin Nechbet (Geiergöttin, Beschützerin der Wege) befinden sich auf den Architraven. Als Doppeltempel besaß die 51 x 96 m große Umfassungsmauer auch zwei Eingänge als Doppelportal. Zwei parallele Zugänge zum Inneren deuten auf das Doppelheiligtum hin.
Edfu
Auf der Fahrt von Luxor nach Assuan ist ein Stopp in Edfu selbstverständlich. Der Tempel ist klassisch aufgebaut: Pylon, großer Säulenhof, gedeckte Säulenhalle, kleinere Säulenhalle und dann noch zwei Vorhallen, bevor man zum Allerheiligsten kommt. Vor dem ersten Pylon stehen links und rechts zwei Falken aus Granit, die man leicht findet, wenn man nach den Menschentrauben Ausschau hält, die sich in ihrer Nähe bilden - beliebte Gruppenfotomotive. Sie stehen für Gott Horus, der in Edfu verehrt wird (er erscheint in den Darstellungen auch meist falkenköpfig). Nicht versäumen sollte man den Gang um den Tempel entlang des inneren Umgangs. Seine Seitenwände sind reichhaltig mit Reliefs verziert, die die Prozessionen des Königs und seiner Gemahlin zeigen sowie an der Westwand eine interessante Szene, bei der die Feinde des Horus als Krokodile und Flusspferde dargestellt sind.
Abu Simbel
Der Felsentempel von Abu Simbel ist den Hauptgöttern Ober- und Unterägyptens, Amun-Re und Re-Harachte sowie dem vergötterten Pharao selbst geweiht. Der große Tempel Ramses II zusammen mit dem kleinen Nebentempel (Hathor geweiht) und oft auch Nefertaritempel genannt sind in einer beispiellosen fast 20- jährigen Rettungsaktion ab 1964 vor den ansteigenden Fluten des aufgestauten Nassersee gerettet worden. Die vier sitzenden, etwa 20 m hohen Kolossalstatuen Ramses II sind sein Erkennungsmerkmal: Sie wurden direkt aus dem Sandstein herausgeschlagen. Die Achse des großen Tempels ist exakt nach Osten ausgerichtet, sodass am 21. Februar und am 21. Oktober der Sonnenaufgang das Allerheiligste beleuchtet. Zwischen den vier Figuren, über dem Eingang hat Ramses II seinen Krönungsnamen symbolisch dargestellt: Eine Figur des falkenköpfigen Sonnengottes Re, gestützt auf das schakalköpfige Zepter (User) und Maat, der Göttin von Ordnung und Recht. Hieraus hat User-Maat-Re, sein Name. Eine große Pfeilerhalle mit acht fast 10 m hohen Osirisgestalten des Königs ersetzt den normalerweise in freistehenden Tempeln nach dem Portal zu findenden Säulenhof. Eindrucksvolle Reliefs an den Wänden zeigen auf der südlichen linken Seitenwand religiöse Motive, auf der nördlichen rechten Seitenwand wiederum die Szenen aus der Schlacht von Kadesh. Hinter der Pfeilerhalle gelangt man zu einer Säulenhalle, in der gezeigt wird, wie der König in den Kreis der Götter aufgenommen wird. Wenige Meter vom großen Tempel entfernt liegt der kleine Hathor Tempel, der auch der wichtigsten Gemahlin Ramses II, Nefertari, geweiht war. Sechs überlebensgroße Statuen von Ramses und seiner Gemahlin verzieren das Felsenportal. In der Säulenhalle finden sich im Innern Darstellungen ähnlich den Motiven des Großen Tempels, vorwiegend jedoch religiöser Art. Die Säulen der Halle tragen hübsche Hathorkopfverzierunge.